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Die richtige Frage stellen

 

Sei deutlich und spezifisch. Und vor allem: keep it simple, halte es einfach!

Der Respondent soll auf Anhieb verstehen was mit einer Frage gemeint ist.

 

  • Bemühe dich eine Frage möglichst kurz und knapp zu formulieren.

    Beispiel einer falschen Frage: „Wenn Sie sich während Ihres Beurteilungsgesprächs konfrontiert sehen mit Problemen an denen sie beteiligt sind oder waren, und wenn man Sie anschließend fragt auf Ihr eigenes Handeln zu reflektieren, würden Sie sich dann bemühen sich eine Vorstellung davon zu machen was Ihr Gesprächspartner mit dieser Frage zu erreichen versucht?‟ So bitte nicht, diese Frage ist viel zu lang und viel zu kompliziert.
     

  • Benutze zugängliche Sprache (Umgangssprache). Vermeide Abkürzungen die dem Befragten vielleicht nicht bekannt sind. Wenn es unbedingt notwendig ist ein schwieriges oder unbekanntes Wort zu benutzen, erkläre es.

     

  • Doppelte Negationen in der Fragestellung sind zu vermeiden.

    Beispiel einer falschen Frage: "Inwieweit waren die folgenden Gründe nicht maßgeblich um sich nicht für unseres Produkt zu entscheiden?" Also, vermeide zweimal nicht in einer Frage.

     

  • Keine suggestiven Fragen stellen. Die Fragen so neutral wie möglich formulieren. Keine Antworten suggerieren. So verhinderst du dass deine Intentionen den Respondenten zweifelhaft vorkommen und – wichtiger noch – dass du die Ergebnisse steuerst.

    Beispiele von falschen Fragen: „Haben Sie dieses attraktive Angebot schon genutzt?‟ oder
    „Glauben Sie auch dass NETQ GROW eine gute Lösung bietet um selber online Umfragen durchzuführen?“

     

  • Keine Antworten voraussetzen. Keine Annahmen treffen.

    Beispiel einer falschen Frage:: Sind sie mal verärgert über telefonische Verkäufer?"

    Mache es zum Beispiel so: stell zuerst Frage 1: „Ruft Sie mal ein telefonischer Verkäufer an?“. Anschließend Frage 2: „Wie oft rufen telefonische Verkäufer Sie an?“. Zum Schluss Frage 3: „Was halten Sie davon, wenn telefonische Verkäufer Sie anrufen?“

     

  • Die Fragen so eindeutig wie möglich formulieren. Sicherstellen dass nur eine einzige Interpretation der Frage möglich ist.

    Beispiel einer falschen Frage: „Mögen Sie Fußball?“ Hier ist nicht deutlich was gemeint ist. „Mögen Sie Fußball spielen?“, oder „Mögen Sie Fußball im Fernsehen“ , oder „Mögen Sie Fußball- Nachrichte“ oder …

    Beispiel einer falschen Frage: „Haben sie im letztem Jahr...?“ Was ist gemeint: 'im heutigen Jahr bis jetzt …', oder 'im ganzen vergangenen Jahr …', oder 'in den letzten 12 Monaten' …'.

     

  • Beschränke dich auf aktuelle Fragen. Das Gedächtnis der Befragten reicht oft nicht weit. Vermeide darum Fragen die zu weit in der Zeit zurück gehen oder gerade zu weit voraus. Die Faustregel ist 1 Monat.

    Beispiel einer falschen Frage: „Vor einem Jahr haben Sie einen Brief erhalten über Straßenarbeiten in Ihrer Wohngegend. Fanden sie den Inhalt dieses Briefes nützlich?“

     

  • Keine Fragen stellen über Sachen die Respondenten nur schwer einschätzen können oder vermutlich gar nicht wissen.

    Beispiel einer falschen Frage:: „Wie weit von ihrem Haus entfernt befindet sich die nächste Tankstelle?“ oder
    „Liegt Ihr Bruttojahreseinkommen über oder unter dem durchschnittlichen Bruttojahreseinkommen in Ihrer Gemeinde?“

     

  • Sei so spezifisch und konkret möglich. Vermeide zum Beispiel vage Ausdrücke wie 'wenig', 'viel', 'manch', 'einige' etc.

    Beispiel einer falschen Frage: „Führen Sie oft Online-Umfragen durch?“ Für den einen Respondenten hat 'oft' eine andere Bedeutung als für den anderen. Beispiel einer guten Frage: „Wie viel Online-Umfragen haben Sie in den letzten vier Wochen selber durchgeführt?“

     

  • Keine Fragen stellen die eigentlich zwei Fragen zur gleichen Zeit sind.

    Beispiel einer falschen Frage: „Sind Sie zufrieden mit dem Service und dem Preis?“ Das sind zwei Fragen; Wenn der Respondent "ja" antwortet, weißt du noch nicht womit er zufrieden ist: mit dem Service, mit dem Preis oder mit beiden.

 

Fokussieren!

Immer relevant bleiben und den Respondenten nicht unnötig beanspruchen.

 

  • Dein Fragebogen soll nicht zu lang oder langwierig sein.

     

  • Valide Fragen stellen die (messbare) Antworten geben können auf die vorher definierte(n) Untersuchungsfrage(n).

    Beispiel einer falschen Frage: „Was trinken Sie am liebsten?“ Antwortoptionen 'Kaffee', 'Tee', 'Bier' oder 'Wein' Der Respondent kann diese Frage eigentlich nicht beantworten, weil diese Getränke in der Regel auf verschiedenen Momenten getrunken werden. Bessere Fragen: „Was trinken Sie morgens am liebsten?, oder „Was trinken Sie am liebsten beim Abendessen?“, oder „Was trinken Sie im Sommer am liebsten?“

     

  • Bedeutungsvolle Einsichten; oder nur 'Zusatzinformation'? Regelmäßig werden Fragen aufgenommen die zwar ‘nice to know’ sind, aber keinen Mehrwert für das Untersuchungsziel haben. Sie bedeuten eine unnötige Belastung für den Respondenten, und können so die Zuverlässigkeit der Untersuchung negativ beeinträchtigen. Betrachte jede Frage darum kritisch: entspricht sie dem Untersuchungsziel?

     

  • Den Befragten bei der Sache halten durch abwechselnde Fragetypen. Das verhindert dass der Respondent müde wird und den Fragebogen ausfüllt wie Fliegen mit dem Autopilot, zwei Risikofaktoren für eine verminderte Verlässlichkeit der Untersuchung.

     

  • Zu viele offene Fragen vermeiden. Wenn du zu viele offene Fragen stellst, werden die Respondenten zu schwer belastet. Weiter stellt sich oft heraus, dass Respondenten meistens wenig ausgiebige Antworten geben, es sei denn dass sie eine sehr ausgesprochene Meinung haben. Offene Fragen lassen sich, im Vergleich mit geschlossenen Fragen, nur schwieriger und zeitintensiver analysieren.

     

  • Verlange nicht zu oft eine Erläuterung. Erläuterungen sind oft sehr interessant und können qualitativ wertvolle Informationen ergeben, die deine Untersuchung vertiefen. Wenn du jedoch zu oft um Erläuterungen bittest, dann tendieren Befragten dazu eine Antwort zu geben bei der sie die Erläuterung vermeiden können. Frage darum zum Beispiel nur um eine Erläuterung, wenn der Befragte (sehr) unzufrieden ist oder zum Beispiel weniger als 7 Punkte von 10 gibt.

     

  • Zeige einen Fortschrittsindikator damit der Respondent einschätzen kann wie weit er schon mit dem Ausfüllen des Fragebogens fortgeschritten ist.

 

Sei immer soziabel

  • Vermeide Fragen die Respondenten als sensibel, empfindlich oder heikel erfahren würden. Willst du trotzdem eine sensible Frage stellen, achte dann darauf dass es keine Pflichtfrage ist.

    Beispiel:: „Haben Sie mal eine Fehlgeburt gehabt nach einer Schwangerschaft von mindestens drei Monaten?“

     

  • Vermeide auch Fragen, bei denen die Befragten sozial gewünschte Antworten geben werden.

    Beispiel einer falschen Frage: „Halten Sie Alkoholprävention bei Kindern für wichtig?“ Eine derartige Frage beantwortet ein Respondent nicht schnell mit einem "nein". Somit tritt eine Verzerrung (bias) in den Antworten auf, zugunsten des gewünschten Verhaltens.
     


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